Einem historischen Aspekt der grafischen Künste – dem Buchdruck in Europa und Asien – widmet sich das neue literarische Werk „TYPE“.
Bekanntlich wurde der Druck mit beweglichen Lettern unabhängig voneinander sowohl in Europa als auch in Asien erfunden. Wiederum sind bezüglich der technischen Verfahren und der Bedeutung der Erfindungen für die Gesellschaft Unterschiede festzustellen. Innerhalb Asiens blieben die Verfahren mit beweglichen (Metall-) Lettern zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert eher eine handwerkliche Nebensache – und stattdessen der Holztafeldruck und die Handschrift sowie der Druck als Synonym für Bildkunst über viele Jahrhunderte hinweg bestimmend für die Traditionen.
Assoziativ stand der Druck in Europa für die Verfahren des Bleisatzes und Buchdrucks – Johannes Gutenbergs revolutionäre Erfindung in der Mitte des 15. Jahrhunderts erzeugte eine überragende Bedeutung für die Bildung und die Literatur sowie die Kommunikation der Gesellschaft dieses Kontinents. Anhand der umfangreichen Bestände des Gutenberg-Museums in Mainz, einer der international größten Artefakte-Sammlungen zur Geschichte des Drucks, werden die jeweiligen Verfahren nicht nur hinsichtlich der Funktionalitäten und des Leistungsumfangs beleuchtet.
Hiermit wird die Geschichte von handwerklicher Technik und grafischen Künsten verknüpft. Das plane Aufschlagverhalten der neuen Publikation, ermöglicht durch die (handwerklich offengelegte) Fadenheftung, lädt zu einer intensiven, konzentrierten Lektüre ein. Letztlich ist damit das Format des Hardcovers von 210 x 290 mm sehr handlich. Hinter der Produktion steht das Memminger MedienCentrum, das für einen umlaufenden roten Buchfarbschnitt und die farblich passende Fadenheftung gesorgt hat. Zudem setzten Salzer Papier (St. Pölten/Österreich) mit dem bläulichweißen „EOS“-Papier sowie peyer cover (Leonberg) mit dem Bezugsmaterial und Vorsatzpapier „Surbalin seda“ bzw. „Surbalin matt“ ihren jeweils eigenen Akzent.
Frank Baier
Siehe den kompletten Beitrag in bindereport 05/2026.
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