Allein für Fans handwerklicher Buchkunst hielt die Leipziger Buchmesse 2025 eine Menge an Angeboten und Inspirationen bereit.
Eine überwältigende Resonanz mit neuem Besuchsrekord verzeichnete laut Veranstalter das Frühjahrsfest der Buchbranche vom 27. – 30. März 2025: Danach wurden 296 000 Gäste und damit 13 000 mehr als im vergangenen Jahr gezählt, die sich nicht nur über die Angebote der 2040 Aussteller aus 45 Ländern informiert haben. Immerhin sind hier Gäste auf dem Areal der Neuen Leipziger Messe mit der „Manga-Comic-Con“ und der Leipziger Antiquariatsmesse sowie des Literaturfestivals „Leipzig liest“ inmitten der Stadt gerechnet. Viele begeisternde Veranstaltungen in der Buchmesse-Stadt: Dank der 3000 Aktiven fanden mehr als 2800 „Leipzig liest“-Events an 330 Orten statt.
Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe, sprach vom „riesigen Zuspruch gerade junger Menschen für das Lesen und gesellschaftliche Themen“. Sicher hatten daran Premieren wie „Audiowelt“, „Forum Mensch & Künstliche Intelligenz“ und „BloggerRoom“ ihren Anteil. Besonders unter jungen Erwachsenen erzeugen neue Bücher in den Belletristik-Genres „New Adult“, Fantasy und Romantasy eine ungeahnt hohe Nachfrage. Derartige Ausgaben werden in auffallend leuchtender Optik und Haptik, manchmal ungewöhnlichem Grafikdesign und mit gestalterisch passendem Buchfarbschnitt publiziert. Mittlerweile ist die Geschwindigkeit der verfügbaren Buchfarbschnitt-Maschinen im Hinblick auf die jeweilige Buchblockdicke und Auflagenhöhe aufgrund erforderlicher dreidimensionaler Bedruckung an die Grenzen gekommen. Wegen ihrer Umschläge und Hardcover in mitunter sehr schriller Farbgebung sind die Bücher zusehends „Eye Catcher“ am „Point of Sale“. Zudem verführt das Influencing in den Gruppen sozialer Online-Netzwerke wie Instagram, TikTok und Facebook die Leserschaft häufiger als sonst zum Kaufen.
Inwieweit die industrielle Buchproduktion auch von handwerklicher Buchkunst beeinflusst wird, wurde von der Fangemeinde schöner Literatur bei den Präsentationen in Messehalle 5 ausführlich betrachtet. Institutionen wie das Gutenberg-Museum Mainz oder das Museum für Druckkunst Leipzig erinnerten an Geschichte(n) der Printmedien. Ergebnisse des jüngsten gestalterischen Wettbewerbs „Schönste Bücher aus aller Welt“ demonstrierte die Stiftung Buchkunst. Exklusive Tätigkeiten der Weiterverarbeitung und der Veredelung wurden von Fachkräften einiger Betriebe und Werkstätten der Buchbinder-Innung Sachsen vorgeführt: darunter Herstellung von Kartonagen, Kassetten und Schachteln, Buchfarbschnitt und Titelprägung auf Notizbüchern, Lederarbeiten an Buchdecken, Verzierungen mit Stempeln und Fileten, Farbfolien und Blattgold. Lesezeichen mit individuellen Prägungen erwiesen sich für viele Gäste als besondere handwerkliche Souvenirs.
Frank Baier
https://www.leipziger-buchmesse.de
