H+H: Neuanfang in Bielefeld

Der Maschinenhersteller H+H stellt sich im Zuge der Strategieänderung der MBO Group jetzt ganz neu im Postpress-Markt auf.

Bereits im Frühjahr 2022 entschied die zum Komori-Konzern in Japan gehörende MBO Group, die Technologie- und Entwicklungskompetenz ihrer Standorte an ihrem Stammsitz in Oppenweiler bei Stuttgart zu vereinen. Auch sämtliche Prozesse für die Produktsegmente Pharma, Digital und Verpackung sollen fortan zentral gesteuert und die plattformen-übergreifende Vernetzung und Digitalisierung weltweit ausgebaut werden. Dieser Entschluss hat Konsequenzen für die MBO-Schwestergesellschaft H+H GmbH & Co. KG in Bielefeld. Hierzu haben wir während der H+H-Open house im Oktober 2023 den Geschäftsführer Frank Bahmer befragt.

Neuanfang für das Unternehmen in Nordrhein-Westfalen: „Mit Verlagerung der Fertigung und Montage aller H+H-Maschinen nach Oppenweiler und Porto (Portugal) musste auch die Personalausrichtung in Bielefeld angepasst werden. Die wichtigste Botschaft für unsere Kunden ist, dass H+H eine eigenständige Marke und der Standort Bielefeld langfristig erhalten bleibt“, erklärt Frank Bahmer. „Unser erfahrenes Entwicklungspersonal wird weiterhin hochqualifiziertes fachliches Know-how in neue Produktlinien und Technologien umsetzen.“ Darüber hinaus kooperiert H+H mit der MBO Group z.B. in der Bereitstellung von Maschinenperipherie wie z.B. bei Anlegern, Auslagen oder Steuerungskomponenten („M1“, „M1 Advanced“) sowie in der Ersatzteil-Beschaffung.

Mit mehr als sechs Jahrzehnten Expertise im kniffligen Bereich der Kleinstfalzungen und Spezialfalzungen hat sich H+H einen guten Namen geschaffen und ist bei Dienstleistern der industriellen Papierverarbeitung heute weltweit ein Begriff. Maschinen von H+H sind in über 50 Ländern präsent, der Exportanteil liegt zwischen 60 und 70 Prozent. „Momentan sind nicht nur Deutschland und Mitteleuropa bedeutende Märkte, auch Regionen wie Asien mit China und Malaysia sowie (Nord-) Amerika haben für uns hohen Stellenwert“, zählt Frank Bahmer auf.

Die Konsolidierung des Printmedien-Marktes zwang auch H+H, das Maschinen-Portfolio zu straffen. Derzeit fokussiert sich das Unternehmen auf drei Taschenfalz-Produktlinien (KL 112.1, M9, S45), die in ihren Ausstattungen auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse angepasst werden. Bei der Konfiguration von Prozessen des Rillens, Perforierens, Falzens, Stanzens und Klebens kooperiert das Team mit langjährigen Partnern wie Baumer hhs, Bograma, Herma, Mabeg, Multivac und Tech-Ni-Fold. Zusehends existenzieller wird eine Spezialisierung im Produktbeilagen- und Werbemittel-Markt – worauf das Unternehmen H+H mit umfassender Expertise und Fachkenntnis eingestellt ist.

„Unsere Maschinen kommen stets dann zum Einsatz, wenn Verpackungen mit Informations- und Produktbeilagen komplettiert werden“, bringt es Frank Bahmer auf den Punkt. Dabei handelt es sich um mehrfach gefalzte, auf Klein(st)formate minimierte Printprodukte, häufig aus Dünndruck-Papier. Dies können etwa Produktbeilagen oder Betriebsanleitungen oder Gebrauchsanweisungen sein, die eine Informationsergänzung für medizinische, chemische und Agrarprodukte oder für Konsumgüter von Markenartiklern sind. – Durch den neuen Kollegen Alexander Altergot hat das Sales-Team von H+H zuletzt im Juni 2023 weitere Verstärkung erhalten und freut sich nun auf neue, anspruchsvolle Projekte.

Frank Baier

https://www.mbo-pps.com

Maschinen werden in ihren Ausstattungen auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse angepasst. Foto: H+H
Maschinen werden in ihren Ausstattungen auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse angepasst. Foto: H+H