Kostenfreie Wochenzeitungen behaupten ihre wichtige Rolle im lokalen Medienmarkt trotz schwieriger Wirtschaftslage. Das zeigen die aktuellen Branchen- und Umsatzdaten, die der Branchenverband BVDA jetzt vorgelegt hat. Insgesamt 654 Titel mit einer wöchentlichen Gesamtauflage von 42 Millionen Exemplaren werden im Jahr 2026 von 266 Verlagen in Deutschland publiziert.
Gegenüber 2025 ist die Gesamtauflage von 45 auf 42 Millionen Exemplare gesunken. Gründe dafür sind Titeleinstellungen, insbesondere im Mittwochssegment, sowie Anpassungen von Zustellgebieten, um unter steigendem Kostendruck wirtschaftlich tragfähige Strukturen zu sichern. Charakteristisch für den Markt ist die starke Konzentration auf das Wochenende: Rund 75 Prozent der Titel erscheinen samstags oder sonntags. Aber die Umsätze der Branche bleiben stabil: Der Gesamtnetto-Werbeumsatz lag 2025 bei 1,157 Milliarden Euro – nach 1,168 Milliarden Euro 2024 – ein Rückgang von rund einem Prozent. Gleichzeitig wächst der Anteil der Fremdbeilagen weiter und erreichte 2025 mit 55 Prozent am Gesamtumsatz einen neuen Höchstwert. Dieser Fakt würde die hohe Bedeutung gedruckter Prospektwerbung für Handel und Angebotskommunikation untermauern, lautet das BVDA-Argument.
Trotz der stabilen Umsätze bleibt der wirtschaftliche Druck auf die Verlage hoch. Sebastian Schaeffer, Geschäftsführer im BDZV für kostenlose Wochenzeitungen und Sprecher des BVDA, betont, dass sich die Branche in einem strukturellen Anpassungsprozess befindet. Vor allem die steigenden Kosten für Logistik und Zustellung belasteten die Verlage spürbar. Schaeffer erklärt: „42 Millionen Exemplare zeigen: Kostenlose Wochenzeitungen sind ein starkes lokales Medium für Bürgerinnen und Bürger und ein verlässlicher Werbeträger für den Handel.“

