Status für Altpapier jetzt im Fokus

Verbände fordern ein einheitliches Ende der Abfalleigenschaft für Altpapier. Eine gemeinsame Studie soll die praktische Umsetzung dieses Ziels forcieren.

Appelliert wird an die Bundesregierung, eine verbindliche und einheitliche Regelung zum Ende der Abfalleigenschaft („End of Waste“/EoW) von Altpapier gemäß § 5 Abs. 1 KrWG in Deutschland und künftig sogar in ganz Europa einzuführen. Hinter der Initiative mit entsprechendem Forschungsprojekt stehen der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft, der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung sowie der Verband „Die Papierindustrie“. Darüber hinaus sind für Österreich der Verband Austropapier und der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe an der Studie beteiligt. Angesichts des Ziels, den Industriestandort Deutschland zu stärken und dafür die Produktion sowie die Rohstoffsicherung des Stoffstroms Papier in Deutschland zu gewährleisten, ist es erforderlich, die Erfassung und Verwertung von Altpapier gezielt auszubauen.

Ansichten der Verbände zufolge, kann dies nur durch einen verlässlichen Produktstatus für Altpapier gelingen. Diesen Status soll Altpapier erlangen können, sofern es getrennt von anderen Materialien gesammelt, von zertifizierten Entsorgungsfachbetrieben sortiert bzw. behandelt und durch zertifizierte Prozesse qualitätsgesichert wurde. Zudem muss die Erfüllung der Qualitätskriterien überprüfbar sein, die sich aus den Sortendefinitionen der DIN EN 643 für die Altpapiersorten der Gruppen 1 bis 4 ergeben. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann Altpapier bereits nach der Behandlung durch den Entsorgungsfachbetrieb als Produkt in den Wirtschaftskreislauf zurückkehren. Daraufhin wird der Stoffkreislauf Papier durch den Wiedereinsatz in der Papierindustrie geschlossen.

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Altpapierballen auf Wertstoffgelände. Foto: Archiv
Altpapierballen auf Wertstoffgelände. Foto: Archiv